Yang Chengfu Tai Chi Chuan Center*

Online-Schulung für EU-Zertifizierung - Zentralverband DTB** bietet Teilnehmerschutz, Expertise und Ideologie-Freiheit

Faktencheck als Korrektiv zu Yang Juns International Yang Family Tai Chi Chuan Association*** für Schulen, Lehrer und Unterricht

Staatlich anerkannte berufliche Weiterbildung -Abstract "Yang-Chengfu-Center-Syndrom" <- 30 Jahre wissenschaftliche Forschung und Lehre

Yang Daofang (Yang Dao Fang) - Repräsentant einer heilen Welt des "Seattle-Hauptquartiers"

Bei vielen Yang-Family-Biographien ist ja im vorhinein alles Wesentliche bekannt. Anders jedoch bei Yang Dao Fang (lt Stammbaum 5. Generation Yang-Familie). Zwar ist er ein Mensch aus Fleisch und Blut, den es wirklich gibt, doch angesichts der pflichtschuldigen Erwähnung der Person Yang Daofang in der Jüngerschar der "Shanxi-Seattle-Mission" mag es bizarr erscheinen, daß ansonsten rein garnichts über Yang Juns Vater verlautet. Unverständlich, denn er stellt doch das in der chinesischen Wushu-Tradition so unverzichtbares Bindeglied dar - oder tut er das gar nicht? Dies ist eine rein rhetorische Frage, denn bekanntlich tut er genau dies ja nicht: Yang Dao Fang ist vielmehr ein "missing Link" im wahrsten Wortsinne. Er bildet den Repräsentant der scheinbar heilen Welt des "Seattle-Hauptquartiers". Bezeichnend dabei ist, daß weder sein Vater noch sein Sohn Informationen zur Verfügung stellen. sondern einzig der Taijiquan-Qigong-Zentralverband DTB dieses im Familien-Clan tabuisierte Thema anspricht. Die Tabuisierung ist sicherlich der falsche Weg, aber verständlich oder unausweichlich angesichts der eisern vertretenen Behauptung von Yang Zhenduo, die Familientradition sei stets - ganz wie es sich nach altem Brauch auch gehört - von Generation zu Generation tradiert worden.

Keiner der "Spin-Doktoren der Seattle-Fraktion" trat bis jetzt mit einer Klärung an die Öffentlichkeit. Daher gilt: Sarkastisch gewendet hat das "Yang-Daofang-Phantom" aber auch sein Gutes: Er repräsentiert nicht die Widersprüche in der Community. Er hat nicht die Esoterik zu vertreten und er steht nicht für die beanspruchte Handelswahre des "Traditional Yang Family Tajiquan". Yang Daofang repräsentiert letztlich nur eine für seriöse Forscher peinliche Illusion von "Heiler Welt": Als eine Art "imaginärer oft genannter Türsteher vor den Yang-Jun-Kulissen" behütet er die Elfenbeintürme des "Seattle-Hauptquartiers". Grafik-Nachweis: Forschungsgruppe Biographien Yang Dao Fang.

Glaubwürdigkeit: DTB/ TCZ* als seriöse Info-Stelle zum Thema "Yang Dao Fang"

Die ständige Nennung des Familien-Vertreters der 5. Generation ist bezeichnend für die Yang-Jun-Community. Der Spin soll offenkundig eine rechtmäßige, makellose Yang-Jun-Lineage suggerieren - besonders in Kombination mit der Behauptung "Von Generation zu Generation". Hier ein Beispiel:

Als Sohn von Yang Dao Fang und Enkel von Yang Zhen Duo ist er der zukünftige Hauptvertreter des Yangstils und Träger des Yangfamilien-Erbes.

Quelle: www.taichi-chuan.de/yangjun.htm

Diese Art von "Rechtfertigung" schafft wahrlich keine Glaubwürdigkeit - und sie wird vollends absurd, wenn man dieses gängige Strickmuster auf eine Generation früher abändert: Als Sohn von Yang Zhenduo und Enkel von Yang Chengfu ist Yang Daofang der zukünftige Hauptvertreter des Yangstils und Träger des Yangfamilien-Erbes.

Yang Dao Fang als Hauptvertreter und Träger des Yangfamilien-Erbes? Natürlich nicht, aber diese offenkundig unzutreffende Beschreibung zeigt die unsinnige Logik der "Masche" aus dem Seattle-Hauptquartier.

Bei wissenschaftlichen Recherchen sollten stets Glaubwürdigkeit und Expertise ausschlaggebend sein - darauf weisen der Zentralverband DTB ev und die ihm angeschlossenen Vereinigungen immer wieder hin. Die Richtigkeit dieses Argumentes erweist sich tagtäglich angesichts der Echokammern in den Sozialmedien mit ihrem "social media mob rule" und "social media spin". Dort wird stets das als "Erkenntnis" gepriesen, was der eigenen Weltsicht entspricht. Doch "gefühlte Fakten" und Faktencheck sind eben nicht dasselbe. Längst geht es bei diesen "Wahrheiten" nicht mehr um voreingenommene Weltsichten Einzelner; schon lange haben Lobby-Vereinigungen, Seten und Glaubensgemeinschaften diesen Online-Weg für sich entdeckt. Wer ungefilterte Infos sucht, sucht meist lange, bis er das entsprechende gefunden hat. Dies ist aus Sicht von DTB / TCZ* ärgerlich und die Verunsicherung gerade bei Laien wächst.

Das 1989 gegründete Tai Chi Zentrum Hamburg e. V., ist im In- und Ausland als zentraler Ansprechpartne für Erforschung der "Martial-Arts-Internals" bekannt und geschätzt. Der DTB hat als Zentralverband diese Rolle seit 1996 noch ausgebaut und weitere Institutionen einbezogen. Die zahlreichen Kontakte und Kooperationen, die sich zusätzlich noch im Laufe der letzten Jahre entwickelt haben, belegen nachhaltig: Die DTB-Bundesvereinigung hat sich als vertrauenswürdiger, hilfreicher Partner erwiesen, der allen Interessierten weltanschaulich neutral und stilart-übergreifend mit Rat und Tat zur Seite steht. Dazu gehört auch das Thema "Yang Dao Fang".

Yang-Daofang und das "Yang-Daofang-Phänomen"

Kurz gefaßt besagt das "Yang-Daofang-Phänomen" folgendes: Anders als viele glauben, ist Yang Daofang zwar der Vater von Yang Jun, aber nicht sein Lehrer - das gibt dieser offen zu. Die von Yang Zhenduo beschworene ungebrochene Überlieferung "von Generation zu Generation" ist somit leicht erkennbar ein bloßes Wunschdenken, das ins Reich der Legende gehört. Dieser kalkulierte "Generationen-Spin" und politische Korrektheit zeigen einmal mehr, wie unkritisch und bereitwillig Yang Chengfu Center auch absurde Fiktionen übernehmen. Richtig, weil belegbar, ist vielmehr, daß nur der Yang-Chengfu-Sohn Yang Shouchung und der Hongkong-Clan über eine geschlossene Generationen-Weitergabe verfügt. Den "Seattle-Spin-Doktoren" ist es bislang nicht gelungen, das "Yang-Daofang-Phantom" zu beschönigen. Es ist ein skurriles Novum in der Familien-Tradition - und es birgt den brisantesten Sprengstoff für die behauptete Linienhalterschaft von Yang Jun - sein "Eiertanz zwischen 5. Generation und 6. Generation" ist ein stetiger Steiin des Anstoßes unter Yang-Stilisten aller Couleur. Besondere Verwirrung schaffen offizielle Zertifikate von Yang Jun, die mit "5. Generation" unterzeichnet sind - ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Yang DaofangYang Family: Yang Zhenduo 4. Generation, Yang Daofang 5. Generation, Yang Jun 6. GenerationDas "Yang-Daofang-Phänomen" ist ein guter Beleg für die allgegenwärtige Präsenz von "Mob-Rule-Spin" in den Social-Media unserer Tage. Es zählen "gefühlte Fakten" und man glaubt auch absurdesten Behauptungen nur allzugern, wenn sie denn ins gewünschte Weltbild passen und der eigenen unkritischen Denkweise entsprechen. Auch vor diesem Hintergrund ist das Thema "Yang Dao Fang" ein beredtes Beispiel für die Notwendigkeit des TCZ-Korrektivs - jedenfalls für alle diejenigen, die über den Tellerrand von Taiji-Folklore, Eso-Guru-Tum hinaus nach der Wahrheit suchen. Eine Zuschrift: "Danke für die Hilfestellung! Erst nach langer Suche und Recherche wurde mir klar, daß gar kein Großmeister Yang Dao Fang existiert. Seine allgegenwärtige Nennung in Biografien über Yang Jun ist irreführend". Der Betreffende hatte Yang Zhenduos Mantra vertraut: "From Generation to Generation - The Tradition Continues" und daraus gefolgert, auch Yang Juns Vater Yang Dao Fang sei ein Großmeister und hätte sein Wissen an seinen Sohn überliefert. Bekanntlich ist beides falsch!

Man fragt: Aber ist dieser Yang Daofang überhaupt "Großmeister"? Gibt es Vorführungen von ihm oder Videos? Offenbar nicht und auch auf Lehrgängen von Yang Zhenduo oder Yang Jun war er ja nie anwesend. Dabei könnte er dabei doch die Rolle der "Yang Chengfu Center" persönlich unterstreichen und die Arbeit seines Vaters und seines Sohnes tatkräftig unterstützen. Nicht einmal in der "International Association" ist er mit einem Posten oder einer Aufgabe vertreten.

Im Detail und integriert in das "Yang-Chengfu-Center-Syndrom" ergibt sich ein recht komplexes Bild.

Diese Seite dient der Übersicht - sie nutzt umfangreiche Zitate und Belege zum Meister. Diese finden Sie hier: "Großmeister Yang Daofang?".

DTB-Glossar -> Yang-Dao Fang

Eine Google-Suche nach "Yang Dao Fang" fördert 2200 Erwähnungen zutage. Viel schlauer ist man hinterher nicht - und das verwundert nicht, wenn man die Tatbestände hinter den Kulissen kennt. Dazu stehen übrigens mehrere Listen-Einträge des DTB-Glossars Yang Daofang in enger Beziehung

  • "Yang-Chengfu-Center-Syndrom": DTB-Geschäftsführer Dr. Langhoff: Mir ist die Verbreitung des DTB-Korrektiv für das "Yang-Chengfu-Center-Syndrom" sehr wichtig. Die im Syndrom gelisteten Mängel resultieren in dem östlich geprägten IA-Narrativ von "Gewißheit des Glaubens" und dem "Wude-Moral-Kodex".
  • "Seattle-Shanxi-Fraktion", "Seattle-Shanxi-Clan", "Seattle-Shanxi-Achse" oder "Seattle-Shanxi-Deutung": Sehweise von Yang Zhenduo und Yang Jun, die von der Gesamtfamilie ja nicht mitgetragen wird.
  • "Eso-Folklore und Fundamentalismus": Innere Haltung, die durch Festhalten an überlieferten, oft volkstümlichen Grundsätzen gekennzeichnet ist und das Handeln bestimmt. Kritik und Korrektur aufgrund neuer Forschungen unterbleiben. Strittiges wird tabuisiert und bleibt ungeklärt.
  • "Yang-Jun-Effekt": Das quasi-religiöse Ansehen, welches der Linienhalter in seiner Gefolgschaft genießt, beruht auf "Glauben-Wollen" und nicht auf "Wissen-Wollen". Es ist eine Art von "Yang-Jun-Defekt", denn es ist unvereinbar mit westlichen Normen der Erwachsenenbildung.
  • "Yang-Family-Tafelsilber" oder "Yang-Family-Kronjuwelen": Yang Juns eigenwillige Sehweise, gerade er sei auserwählt als alleiniger Linienhalter und einziger Hüter des "Yang-Family-Erbes", ist eine Legende, die über Jahre zielstrebig schon von seinem Großvater Yang Zhenduo aufgebaut wurde.
  • "Seattle-Mission": Yang Jun sieht sich in einer Rolle als offizieller Familien-Botschafter ausgestattet mit Deutungshoheit und Alleinvertretung. Ein solcher missionarischer Auftrag "von höchster Stelle" verbunden mit dem Einfordern von "Wu-De" ist typisch für Glaubensgemeinschaften und unvereinbar mit westlicher ideologiefreier Erwachsenenbildung.
  • "Yang-Jun-Persuasion": Der Glaube an das Credo des Großmeisters und die Überzeugung seiner Richtigkeit

Yang-Dao Fang: Vater von Yang Jun und Sohn von Yang Zhenduo

Als "graue Eminenz im Hintergrund" steht natürlich Yang Zhenduo. Der zweitjüngste Yang-Chengfu-Sohn wollte, so meint Dr. Langhoff vom Tai Chi Zentrum Hamburg eV, mit seiner offenbar unzutreffenden Behauptung, "from Generation to Generation - the tradition continues" die Authentizität der Linienhalterschaft seines Enkels untermauern. Als dann noch die Behauptung des "Traditionnal Taijiquan" hinzukam und die Kompetenz des Yang Jun in immer höheren Tönen gelobt wurde, war die Irritation groß und die Austritte nahmen zu. So hat nach Yang Juns eigenen Aussagen seine International Association in den vergangenen 10 Jahren insgesamt über 6000 Mitglieder aufgenommen, von denen allerdings nur ein Drittel geblieben sind. Eine solch gravierende Fluktuation ist ein natürlich ein unübersehbares Zeichen von Unzufriedenheit.

Wie geht Yang Jun nun mit dem "Yang-Daofang-Defekt" um? Aufschlussreich ist zunächst, dass Yang Jun als frisch ernannter Linienhalter im Beisein der Hauptvertreter anderer Tai-Chi-Familien verkündete, er sähe sich gar nicht als Enkel von Yang Zhenduo sondern nur als dessen Meisterschüler. Klar, denn anders wäre die Linienhalterschaft ja gar nicht gewährleistet.

Einmalig ausführlich äußert sich Yang Jun im Discussion-Board seiner Homepage. Ohne weiter auf seinen Onkel Yang Shouchung und dessen Kinder in Hongkong einzugehen, stellt er fest, daß dessen Sohn ja bei der japanischen Invasion ums Leben gekommen wäre, und sein Vater, wie andere aus der Generation auch, wegen Kulturrevolution und Hungersnot keine Möglichkeiten gehabt hätten, Lehrer zu werden.

Jetzt zur Generation meiner Eltern. Die Familie Yang hat nicht genug Nachwuchs. Wenn wir den Yang-Chengfu-Zweig der Familie nehmen (die anderen Zweige hatten entweder keine männlichen Erben oder sie waren verstreut und wir haben den Kontakt mit ihnen verloren). Allerdings hatte der älteste Sohn Yang Shouzhong einen Sohn gehabt, doch der wurde während des Krieges, während der Japan-Invasion in der Provinz Guangxi in die Luft gesprengt.

Der zweite Sohn, Yang Zhenji, hatte keine Kinder. Obwohl der dritte Sohn Yang Zhenduo und der vierte Sohn Yang Zhenguo beide zwei Söhne hatten, fiel die Zeit, in der sie Tai Chi hätten lernen sollen, mit der Hungersnot zusammen, die sich in den 60er Jahren ereignete. Und auch wegen der Kulturrevolution fehlten ihnen verfügbare Optionen und sie waren nicht in der Lage, professionelle Tai Chi Lehrer zu werden. Also wurde aus dieser Generation, obwohl sie Tai Chi praktizierten, keine Lehrer.

Wenn wir zur sechsten Generation kommen, bin ich der Älteste. Aufgrund einiger sozialer Bedingungen habe ich seit meinem dritten Lebensmonat bei meinen Großeltern gelebt, was mir eine ziemlich gute Umgebung bot, Tai Chi zu lernen. Und obwohl ich weiß, dass ich vielleicht nicht wirklich gut genug bin, habe ich versucht, in den Bewegungen mein Bestes gegeben, um meinen Großvater nachzuahmen und die runden, glatten, großen und eleganten Qualitäten des Yang-Stil-Tai Chi-Chuan auszudrücken. Und als Mitglied der Yang-Familie habe ich mich nach besten Kräften bemüht, diese wunderbare Kunst zu fördern.

Quelle: http://www.yangfamilytaichi.com/phpBB3/viewtopic.php?f=1&t=30&p=317&hilit=goon#p317

 

Yang-Dao Fang und "Yang Family Taiji Lineage"

Zu fragen ist beispielsweise auch, warum es Zertifikate und Artikel von Yang Jun gibt, die ihn als 5. Generation ausweisen, obwohl er doch in Wahrheit der 6. Generation angehört! Soll hier etwas verschleiert werden, was nicht ins Image der ungebrochenen Transmission passt? Dr. Langhoff referiert mehrfach die persönliche Kommunikation mit Meister Fu Shenggyuan, derzufolge politische Gründe für das "missing link Yang Daofang" verantwortlich sind. Fakt ist jedenfalls, dass Yang Daofang in der Chronik der Yang-Family-Meister nicht auftaucht.

In der "Yang-Jun-Entourage" zeigt man sich ausgesprochen "erfinderisch" beim Bemühen, die gefährlichen Klippen des "Yang Daofang-Phänomens" und der umstrittenen Linienhalterschaft zu umschiffen. Dies zeigt das neue Narrativ "Yang Family Taiji Lineage". Die Einbeziehung des Chen Changxing und das Weglassen von Yang Dao Fang hätte jedem "Spin-Doktor" zur Ehre gereicht! Ist es das, was Yang Jun mit seinem Appell, man müsse sich gegenseitig helfen, meint?

Yang Family Taiji Lineage

  • Chen Changxing, 6th generation Chen Taiji (1771–1853 陈长兴)
  • Yang Luchan, founder of Yang Taiji (1799–1872 杨露禅)
  • Yang Jianhou, 2nd generation Yang Taiji (1839–1917 杨健侯)
  • Yang Chengfu, 3rd generation (1883–1936 杨澄甫)
  • Yang Zhenduo, 4th generation (born 1926 杨振铎)
  • Yang Jun, 5th generation (born 1968 杨军) 

Source: http://www.kungfumagazine.com/magazine/article.php?article=1220

Noch absurder ist die häufiger werdende Formulierung "Yang Jun (5. Nachfolger im Yang Stil) " - man findet sie z. B. in Berichten wie "Förderung der chinesischen Zivilisation und Verbreitung der Tai Chi Kultur" (Bericht über die Veranstaltung der "One Belt, One Road - China Tai Chi Culture World Tour"). Wenn Yang Jun also der "5. Nachfolger" ist, dann wäre Yang Luchan der "1. Nachfolger"?

 

Die neue Biographie: Yang Dao Fang

Im Yang-Jun-Umfeld wird Yang Daofang ständig erwähnt - in einem Atemzug mit Yang Zhenduo, dessen Sohn er ist und Yang Jun, dessen Vater er ist. Doch die häufige Erwähnung macht die damit in Verbindung stehenden Falsch-Aussagen ja nicht wahrer. Da sind Center-Direktoren doch gut beraten, die leidige Generationen-Frage gar nicht anzusprechen:

Als Sohn von Yang Dao Fang und Enkel von Yang Zhen Duo ist er / Yang Jun / der zukünftige Hauptvertreter des Yangstils und Träger des Yangfamilien-Erbes.

Quelle: www.taichi-chuan.de/yangjun.htm

Yang Jun ist da ja beliebiger und  firmiert Urkunden höchst unterschiedlich - mal ganz korrekt als 6. Generation, mal als 5. Generation, mal als IA-Präsident und mal neutral ganz ohne Angabe (s. Yang Family und Yang-Jun-Seminare und Yang Jun 5. Nachfolger / 5. Generation?). 

Noch unglaubwürdiger ist die häufiger werdende Formulierung "Yang Jun (5. Nachfolger im Yang Stil) " - man findet sie z. B. in Berichten wie "Förderung der chinesischen Zivilisation und Verbreitung der Tai Chi Kultur" (Bericht über die Veranstaltung der "One Belt, One Road - China Tai Chi Culture World Tour").

Wenn Yang Jun also der "5. Nachfolger" ist, dann wäre Yang Luchan der "1. Nachfolger"? Natürlich nicht, denn er ist ja der Gründer. Wir sind also auch bei diesem "Nachfolger-Schachzug" wieder bei der obigen Gretchenfrage nach den Widersprüchen in der angeblich kontierlichen Weitergabe "von Generation zu Generation". Logisch bleibt nur: Yang Dao Fang ist also der "4. Nachfolger" - aber gerade das ist er ja nicht!

Am "Yang-Daofang-Phänomen" und die erstmalig unterbrochene Familien-Überlieferung zeigt sich für Laien wohl am deutlichsten der Hang zu Fiktionen in der Yang-Jun-Entourage. Die Seattle-Fraktion der Yang-Familie, also nur Yang Zhenduo und Yang Jun, stellt die Mission ihrer "International Association" nach innen wie nach außen gern als "Hilfe für die Menschheit" dar. Welche Rolle spielt der überall erwähnte Yang Daofang? Ist der "Yang-Daofang-Effekt" nicht eher ein "Yang-Daofang-Defekt"?  Aufschluß darüber könnte die neue Yang-Daofang-Biographie geben. Referenzen dazu sind "Das Phantom Yang Daofang", "Yang-Daofang-Defekt" und "Großmeister Yang Daofang".

Yang-Dao Fang - ein Fall des "nackten Kaisers"?

Die zahlreichen Yang-Stilisten, die Yang Dao Fang erwähnen, tun dies sicher nicht ohne Grund. Doch welcher sollte das sein? Über das "Phantom Yang Daofang" ist ja nichts von Bedeutung bekannt - schon gar nicht, dass er das Familien-Erbe erhalten und weitergegeben hätte, wie ja seine ständige Erwähnung suggeriert - besonders in der Verbindung mit dem Seattle-Slogan "from Generation to Generation - the tradition continues". Für Insider ist die plausibelste Vermutung, das es einzig und allein um "politische Korrektheit" geht, um auf diese Art die Kompetenz des Großmeisters Yang Jun "aufzuhübschen" und vorzugeben, es wäre aus Wushu-Tradition alles seinen korrekten Weg gegangen. Wie praktisch, dass auf dem jüngsten Tai-Chi-Symposium 2014 alle Hauptvertreter der anderen Taiji-Familien ihren Segen zur Linienhalterschaft gegeben und Beifall geklatscht haben. Spannend, sich vorzustellen, ob dies tatsächlich im vollen Einklang mit ihrer Inneren Haltung gestanden haben sollte ...

Genau genommen ist Yang Daofang ja kein aktiv tätiges Mitglied der Werte-Gemeinschaft der International Association - doch dies anzusprechen erscheint politisch unkorrekt. Der dänische Schriftsteller Hans Christian Andersen hat solche Verhaltensweisen ja 1837 in seinem Märchen "Des Kaisers neue Kleider" treffend beschrieben. Doch offenbar begreifen ihn die Befürworter der Seattle-Shanxi-Achse nicht als "nakten Kaiser", sondern leben lieber in ihrer realitätsfernen Traumwelt. Die gebetsmühlenartige Erwähnung des Vertreters der 5. Generation in einschlägigen Center-Publikationen und den Social Media schafft zwar Fakten aber diese sind höchst irreführend und lenken davon ab, dass Yang Daofang de fakto ein "missing Link" ist, bei dem die kontinuierliche Übertragung des Familientradition unwiederbringlich unterbrochen hat. Warum scheuen sich die Autoren vor dem Faktencheck? Ist es Loyalität? Ist es ihnen egal? Oder gehören sie zur "Generation Schneeflocke"? Dieser Begriff steht als Sinnbild für Menschen, die als emotional hochverletzlich, psychisch fragil und wenig resilient wahrgenommen werden. Diese Generation gilt als weniger als frühere Generationen bereit, sich mit Ansichten auseinanderzusetzen, die mit ihren selbstgebauten Traumwelten nicht in Einklang stehen. Mehr zum Primat "gefühlter Fakten" hier: Tai Chi Siegen und Wochenendkurse mit Yang Jun.

Die unterbrochene Linienhalterschaft der Familie Yang

Für die Familie Yang ein wahres Desaster, welches schon einem GAU gleichkommt. Es kann wohl schwerlich gelingen, einen umfassenden "Yang-Daofang-Effekt" zum Leben zu erwecken. Wollen sie Yang Juns Webauftritt auf esoguru.com mit "gefühlten Fakten" eine erhöhte Wichtigkeit verschaffen? Oder handeln sie lediglich aus Loyalität gegenüber dem Wude-Kodex ihres Meisters? Beides wäre keine gute Visitenkarte für die westliche Erwachsenenbildung. Siehe Stundenbild www.Tai-Chi-Qigong-verband.de/dtb-yang-daofang.html.

Ein peinliches Novum in der Familien-Tradition

Was steckt hinter der offenbar unrichtigen Werbe-Botschaft von Yang Zhenduo, jede Generation hätte alles von der Vorgeneration vermittelt bekommen? War dieses Motto ein Fehler und was war die Motivation dahinter? Schadet es dem Konzept der Yang Chengfu Center? Noch fehlen die Antworten. Fakt ist jedenfalls, dass Yang Daofang ein Novum darstellt in der Historie der Yang-Familie. Dass Hintergründe verschwiegen werden, macht die Sache noch verwickelter und verwirrender. Wäre umfassende Aufklärung von offizieller Seite nicht klüger?

Die für die Weitergabe der "Traditionellen Familienform" notwendige Kette der Generationen ist - zumindest für die "Seattle-Shanxi-Linie" de facto unterbrochen: Yang Zhenduos Sohn Yang Daofang "fällt aus". Über die Gründe ist von offizieller Seite nichts bekannt. Eine Aufgabe in der "International Association" hat er auch nicht (s. Yang Family International Association).  Hat er je Seminare geleitet oder seinen Sohn auf seinen Reisen begleitet? Auch darüber ist nichts bekannt. Warum das "beredte Schweigen"? Hier wird mit recht viel spekuliert - s. Yang Jun Yang Daofang.

Yang Daofang  und Yang Juns Linienhalterschaft

Korrekt beschrieben ist Meister Yang Jun ja der "5. Linienhalter in der 6. Generation". Mit diesem relativierenden Titel sollte er eigentlich eine Erklärung verbinden, warum sein Vater übergangen wurde - doch auf eine solche Aussage wartet man vergeblich. Offenbar folgt Yang Jun direkt auf seinen Großvater Yang Zhenduo oder anders gesagt, seinem Vater Yang Daofang wurde der Titel versagt. Da es dazu seitens der Yang-Family keine offiziellen Erklärungen gibt, fällt es Laien schwer, sich ein zutreffendes Bild zu machen über die Überlieferungen in der Generationen-Folge. Doch in der Yang-Jun-Fan-Gemeinde ist diese Ungereimtheit ohnehin kein Thema. Und in seiner Familie ist Yang Jun vom Hongkong-Clan sowieso nicht anerkannt.

Yang Daofang - 5. Generation seit Yang Luchan

Das komplette Überspringen der 5. Generation seit Yang Luchan wird in der Öffentlichkeit nicht behandelt. Die Folge ist, dass viele Schüler an dieses offenbar unrichtige Motto oder Mantra der Weitergabe der Tradition "From Generation to Generation" glauben - und sicher auch glauben sollen.

Vermutlich steht hinter dem "Yang-Daofang-Phänomen" Yang Zhenduos Wunsch, trotz der Lücke seinen Enkel als Hüter der Tradition zu präsentieren. Dazu würde passen, dass er ja erst in späteren Jahren seine und Yang Juns Taiji-Form als "traditionell" einstufte - noch sein richtungsweisendes Werk hieß "Yang Style Taijiquan", was ja auch dem Namen seiner Dachorganisation "International Yang Style Taijiquan Association" entspricht.

All dies und noch weitere "Indizien" sprechen dafür, daß im Umfeld der Meister Illusionen und "gefühlte Fakten" wichtiger sind als Forschung und Lehre. Dies gilt auch für die IA-Lehrerausbildung, die sich ja eigentlich an westlichen Standards der Erwachsenenbildung ausrichten sollte. Fakten-Treue sollte unbedingt dazu gehören, um die Abgrenzung zu sekten-artigen Glaubensgemeinschaften klar zu ziehen! Quelle: Multimedia-Dossier Yang-Genalogie: www.yang-family-taichichuan.stephan-langhoff.info/yang-family.html.